Simbabwe: Ergebnis-Prüfung begonnen – Weltsicherheitsrat bleibt stumm
Windhoek/Harare – In Simbabwe hat gestern der letzte Akt im Trauerspiel um die Präsidentschaftswahl begonnen. Am Nachmittag versammelten sich Repräsentanten der Präsidentschaftskandidaten in der Hauptstadt Harare, um ihre Auszählungen mit dem offiziellen Wahlergebnis zu vergleichen. Bis Redaktionsschluss wurden aus diesem Treffen keine Einzelheiten öffentlich. Es gilt nach Einschätzung von Experten als wahrscheinlich, dass die Vertreter einzelne Resultate anfechten werden, daher ist mit einer Bekanntgabe erst kommende Woche zu rechnen.
Am Mittwoch hatte die Nachrichtenagentur AFP aus dem engen Umfeld der staatlichen Wahlkommission erfahren, dass Oppositionschef Morgan Tsvangirai die Wahl mit 47 bis 50 Prozent gewonnen, damit aber die Mehrheit verfehlt habe. Das würde eine Stichwahl zwischen ihm und Amtsinhaber Robert Mugabe nötig machen. Tsvangirai betonte gestern in Johannesburg erneut, eine Stichwahl sei überflüssig. Die Zahlen seien eindeutig. Vize-Informationsminister Bright Matonga hatte derweil betont, eine Stichwahl komme definitiv, nannte aber keine Prozentzahlen.
In der Nacht zu Mittwoch hatte Mugabes Regierung einen kleinen Sieg errungen, als sich der Weltsicherheitsrat in New York nicht auf eine Resolution zum Thema Simbabwe verständigen konnte. Großbritannien hatte auf Gesuch der MDC einen Antrag für eine gemeinsame Strategie und die Einsetzung eines Gesandten vorgebracht, dieser scheiterte jedoch an dem Veto mehrerer Länder, darunter Südafrika, Russland und China.
In Simbabwe wurde dieser diplomatische Erfolg von Staatsmedien (Schlagzeile: UN rüffelt MDC) und Regierung sogleich polemisch ausgeschlachtet. Die UN hätten ein Manöver von Rassisten ausgebootet, wetterte Matonga. Es sei aber auch eine Lektion für UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, nicht parteiisch zu werden. Dieser hatte zuvor betont, die Welt wisse, wer der Wahlgewinner in Simbabwe sei.