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Vom 22.06.2009

Tsvangirai massiv ausgebuht

Simbabwes Premier muss Rede in London abbrechen – Lob für Mugabe

London - Der simbabwische Premierminister Morgan Tsvangirai ist bei einem Besuch in London von Exil-Simbabwern heftig ausgebuht worden. Nach lautstarken Zwischenrufen und Gejohle musste Tsvangirai die Veranstaltung in einer Kirche sogar vorzeitig abbrechen. Er hatte am Samstag in der Southwark Cathedral vor mehr als 1000 Exil-Simbabwern gesprochen und diese dabei aufgerufen, in ihre Heimat zurückzukehren.

Zuhörer beklagten sich, dass der Regierungschef den Eindruck vermittelt habe, in Simbabwe herrsche Frieden. „Morgan Tsvangirai kann nicht mal den Leute zu Hause Sicherheit garantieren“, sagte Patrick Gore vom der Menschenrechtsgruppe Restoration of Human Rights.
In einem ebenfalls am Samstag veröffentlichten Interview mit dem Daily Telegraph hatte Tsvangirai zudem zur Verwunderung vieler Leser seine Arbeitsbeziehung mit Mugabe gelobt und betont, der 85-Jährige sei ein „unentbehrlicher, unersetzlicher Teil der Erneuerung“. „Wir haben eine praktikable Beziehung, erstaunlicherweise. Wer hätte gedacht, dass erbitterte Gegner wie wir zusammensitzen und besprechen können, was gut für Simbabwe ist. Es ist eine außergewöhnliche Erfahrung“, so der Premier im Interview.
Der ehemalige Oppositionsführer hatte sich nach einem langen Machtkampf mit dem umstrittenen Präsident Robert Mugabe auf die Teilung der Macht geeinigt. Tsvangirai reist derzeit durch Europa, um finanzielle Unterstützung für das krisengeschüttelte Land zu bekommen. Heute spricht er in London mit Gordon Brown.

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