Windhoek/Harare – Knapp zwei Wochen nach den Wahlen in Simbabwe verschärft sich die Lage immer mehr. Die bislang oppositionelle MDC erklärte gestern, sie werde auf keinen Fall an einer möglichen, von der Regierungspartei ZANU (PF) geforderten Stichwahl um das Präsidentenamt teilnehmen. „Wir haben diese Wahlen eindeutig gewonnen. Es gibt überhaupt keinen Grund für eine Stichwahl“, sagte MDC-Generalsekretär Tendai Biti gestern vor der Presse in Johannesburg. Während die MDC ihren Spitzenkandidaten Morgan Tsvangirai auf Basis eigener Auszählungen bereits mit 50,3 Prozent der Stimmen zum Wahlsieger erklärt hatte, will die ZANU (PF) eine Stichwahl, da weder Tsvangirai noch Präsident Robert Mugabe die absolute Mehrheit erlangt hätten. Das offizielle Ergebnis der Wahl wurde erwartungsgemäß auch gestern nicht veröffentlicht. Am Montag entscheidet das Obergericht in Harare über einen Antrag der MDC auf sofortige Bekanntgabe der Resultate.
Derweil könnte es schon morgen in Lusaka zum Showdown zwischen Mugabe und Tsvangirai kommen. Auf Initiative von Sambias Präsidenten Levy Mwanawasa findet dort nach tagelangem Schweigen des Staatenbundes ein außerplanmäßiger Krisengipfel der 14 SADC-Staatschefs zum Thema Simbabwe statt, an dem Amtsinhaber und Herausforderer nach Angaben von Sprechern teilnehmen werden. Die ZANU (PF) nannte die Zusammenkunft derweil gestern „unnötig“: „Es gibt keine Krise in Simbabwe, die ein spezielles Treffen erforderlich machen würde“, sagte Informationsminister Sikhanyiso Ndlovu der Nachrichtenagentur AP in Harare.
Die MDC erhofft sich hingegen, dass der Staatenbund die Ära Mugabe endgültig beendet: „Die Teilnehmer des Treffens sollten Mugabe auffordern, zurückzutreten und seine Niederlage einzugestehen“, so Generalsekretär Biti.