Robert Mugabe steuert auf triumphalen Sieg zu – Biti aus Haft entlassen
Windhoek/Harare – Ungeachtet weltweiter Proteste findet heute in Simbabwe die Stichwahl um das Präsidentenamt statt – eine Wahl, die keine Wahl lässt: Auch wenn der Name Morgan Tsvangirais auf dem Stimmzettel erscheint, steht mit Amtsinhaber Robert Mugabe der Sieger bereits fest, nachdem sich der MDC-Chef vor dem Hintergrund der Gewaltausbrüche gegen seine Anhänger aus dem Rennen zurückgezogen hatte.
Beim Abschluss seines Wahlkampfes zeigte sich Mugabe gestern Abend gönnerisch: „Wenn wir siegreich sind, wovon ich ausgehe, werden wir nicht arrogant, sondern großmütig sein und verhandeln.“ Es liege an der MDC, auf dieses Angebot einzugehen. „Wir werden in diesem Land herrschen, wie wir es für richtig halten“, wehrte sich der 84-Jährige gegen die weltweite scharfe Kritik an seinem Vorgehen. Er werde auch keine Intervention der Afrikanischen Union oder der SADC akzeptieren, so Mugabe. Bis gestern hatten sich zahlreiche Staaten und Staatengemeinschaften wie EU, AU, SADC und UNO gegen die Durchführung der Wahl ausgesprochen. Sogar Südafrikas Ex-Präsident Nelson Mandela hatte das „tragische Versagen der simbabwischen Staatsführung“ gerügt.
Derweil kam aus Harare eher überraschend eine gute Nachricht für die MDC: Gegen die Kautionszahlung von einer Billion Zim-Dollar (gestern etwa N$ 875) kam der wegen Hochverrats angeklagte Generalsekretär der Partei, Tendai Biti, auf freien Fuß. Das Verfahren läuft aber weiter, Biti droht die Todesstrafe.