Südafrika ist in Festlaune. Auch Wirtschaft und Börse zelebrieren die WM. Viele Händler, so heißt es, hätten ihre Positionen zeitweise geschlossen, um die ersten Tage der Fußball-Weltmeisterschaft unbekümmert zu genießen. Schließlich haben sie wie die anderen 49 Millionen Südafrikaner seit Jahren auf diesen Moment hingelebt.
Viele Händler, so heißt es, hätten ihre Positionen zeitweise geschlossen, um die ersten Tage der Fußball-Weltmeisterschaft unbekümmert zu genießen. Schließlich haben sie wie die anderen 49 Millionen Südafrikaner seit Jahren auf diesen Moment hingelebt.
Noch immer gilt die WM als größter wirtschaftlicher Hoffnungsträger seit dem Ende der Apartheid vor sechzehn Jahren. Dass nun deutlich weniger Besucher kommen als erwartet und der Konsum nicht richtig in Gang kommen will, hat allerdings für etwas Ernüchterung gesorgt. Die Johannesburger Börse (JSE) spiegelt das Auf und Ab der Erwartungen exemplarisch wider: War der JSE-Gesamtindex noch im April auf fast 30000 Punkte und damit den höchsten Stand in fast zwei Jahren gestiegen, ist er seitdem um knapp 10% gefallen. Zur Wochenmitte lag die JSE bei 27660 Punkten. Am Mittwoch war die JSE wegen eines Feiertages geschlossen.
Auch die Goldminenwerte kommen kaum noch vom Fleck. Dies liegt daran, dass die Goldförderer am Kap kaum Nutzen aus dem hohen Preis des gelben Metalls von zuletzt 1220 US$ pro Unze ziehen. Sie leiden wegen ihrer südafrikanischen Kostenbasis unter der kräftigen Aufwertung des Rands zum Dollar. Vor allem Gold Fields und Harmony haben zuletzt enttäuscht. Nur Anglogold Ashanti hat wegen seines innovativen Chefs Marc Cutifani zuletzt stärker zulegen können. Sein Führungsstil scheint bei den Anlegern gut anzukommen.
Obwohl in Südafrika sportlich wie politisch längst nicht alles rund läuft, hat sich die Wirtschaft zuletzt gut geschlagen und ist im ersten Quartal um unerwartet hohe 4,6% gewachsen. Allerdings zeichnet sich bereits eine Abkühlung ab. Die WM dürfte gemäß Schätzungen knapp 0,5 Prozentpunkte zum Wirtschaftswachstum am Kap beisteuern. Es wird für dieses Jahr allgemein mit rund drei Prozent veranschlagt.
Zu den Gewinnern zählten in den vergangenen beiden Wochen vor allem die Aktien der Einzelhandelskette Spar, die zur Wochenmitte auf ein 52-Wochen-Hoch von 80,23 Rand stiegen. Gefragt waren auch die Papiere von Afrikas größtem Mobilfunkkonzern MTN, die vom Abbruch der Gespräche mit Orascom Telecom aus Ägypten profitierten. Anleger hatten befürchtet, MTN würde für die Tochterfirmen der besonders in Algerien engagierten Ägypter zu viel bezahlen.