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Vom 16.06.2009

Südafrika enttäuscht beim ersten Test

© Arne Putensen
Wenigstens die südafrikanischen Fans waren am Sonntag im Ellis-Park-Stadion in Johannesburg anschaulich. Ihre Mannschaft musste sich mit einem 0:0-Remis zufrieden geben.
Vor dem Anpfiff hatte FIFA-Chef Joseph Blatter noch eindringlich für Vertrauen in den Gastgeber Südafrika geworben. „Wir vertrauen Afrika. Und wir vertrauen Südafrika!“ hatte der FIFA-Präsident direkt vor dem Anstoß des Eröffnungsspiels beim Confederation-Cup zwischen Südafrika und Irak am Sonntag Nachmittag gesagt. Am Ende konnten die Bafana Bafana, wie Südafrikas Kicker daheim liebevoll genannt werden, den Vertrauensvorschuss jedoch nicht erfüllen: Mit einem enttäuschenden 0:0 gegen das vermeintlich schwächste Team des Turniers manövrierte sich der Gastgeber gestern in eine denkbar schlechte Ausgangsposition und muss nun am Mittwoch unbedingt Neuseeland schlagen, um nicht vorzeitig fast alle Chancen auf ein Weiterkommen zu verspielen.
Am Ende standen sich die lange Zeit sichtbar nervösen Südafrikaner dabei buchstäblich selber im Weg: Nach einer zerfahrenen ersten Halbzeit ohne größere Höhepunkte hatte das Team von Joel Santana in der Schlußviertelstunde gleich drei glasklare Torchancen, die größte davon fünf Minuten vor dem Ende. Allerdings wurde ein Kopfball von Kagisho Dikgacoi, der den irakischen Keeper bereits bezwungen hatte, ausgerechnet von seinem unglücklich platzierten Stürmerkollegen Bernard Parker am Überschreiten der Torlinie gehindert. Es wäre das Tor gewesen, das Südafrika den so ersehnten Aufwind gegeben und die Pforte zum ersehnten Halbfinale weit aufgestoßen hätte.
Vor dem Spiel hatte das Land am Kap mit einer bunten Afrika-Show die vielen Skeptiker Lügen gestraft, die zuvor an der Organisationsfähigkeit der Südafrikaner gezweifelt hatten. Probleme hatte es zuletzt nur noch mit dem Rasen im Johannesburger Ellis-Park-Stadion gegeben, der von der gerade erst beendeten Rugby-Saison noch stark aufgerissen und deshalb uneben war. Allerdings wusste die FIFA auch dieses Problem in gewohnter Manier herunterzuspielen. „Es ging mehr um optische Aspekte. Im kommenden Jahr haben wir aber andere Ansprüche“, erklärte FIFA-Wettbewerbsdirektor Jim Brown.
Ins Kreuzfeuer der Kritik dürfte nach dem gestrigen Match nun Südafrikas brasilianischer Coach Joel Santana geraten. Schließlich hatte Südafrikas WM-Organisationschef Danny Jordaan noch am Tag vor dem Spiel unmissverständlich erklärt, dass im Auftaktspiel nur ein Sieg in Frage käme. "Wir haben immer gesehen, welchen Einfluss ein Erfolg des Heimteams auf ein Turnier haben kann. Der Moment, in dem der Gastgeber ausscheidet, bedeutet stets einen tiefen Einschnitt" hatte Jordaan gewarnt.
Die Menschen am Kap erwarten ohnehin nichts weniger als das Erreichen des Halbfinales. Ein Ausscheiden in der Vorrunde würde hingegen die südafrikanischen Selbstzweifel ein Jahr vor der Heim-WM wieder aufleben lassen. Nach dem Scheitern in der WM-Qualifikation 2006 und dem frühzeitigen Aus auf dem Weg zum Afrika Cup 2010 in Angola erhofft sich das Land nichts sehnlicher als einen Erfolg im Fußball.
Scheitert Bafana Bafana indes bereits in der Vorrunde wird Santana, der vor dem Turnierauftakt noch selbstbewusst "Galafußball" seines Teams versprach, wohl der nächste Coach sein, den Südafrikas launisches Nationalteam verschleißt. Überraschen würde es nicht: Seit dem Gewinn der Afrika-Meisterschaft vor 13 Jahren sind die Trainer am Kap fast ausnahmslos im Jahresrhythmus gegangen.
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