Die heutige Titelseite

 

Newsletter


Regen in Namibia

 

Vom  8.04.2008

Rassenhetze statt Wahlergebnis

Mugabe: Verteidigt Simbabwe gegen Weiße – Heute Entscheidung über MDC-Antrag

Während die Simbabwer weiter auf die Bekanntgabe des Ergebnisses der Präsidentschaftswahl warten müssen, hat Amtsinhaber Robert Mugabe gestern zur Verteidigung des Landes „gegen die Weißen“ aufgerufen. Radikale Anhänger setzten dies offenbar sogleich in die Tat um.

Windhoek/Harare – Gestern wurden weitere Farmen im Besitz von Weißen von radikalen Mugabe-Anhängern besetzt, nachdem schon am Wochenende die für ihre Gewaltbereitschaft berüchtigten Veteranen aus dem „Befreiungskrieg“ mehrere Höfe eingenommen hatten. Nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa seien in der Provinz Mashonaland mindestens ein Dutzend Farmer, die aus Angst anonym bleiben wollten, von ihrem Grund und Boden vertrieben worden. Die kommerzielle Farmergewerkschaft CFU, die hauptsächlich die geschätzten 900 von dereinst 4000 weißen Farmern vertritt, sprach von einer Apartheid-Kampagne der Regierungspartei ZANU (PF) und forderte die SADC zum Einschreiten auf.

Mugabe selbst hatte den Gewaltausbruch zuvor unterstützt. Im südafrikanischen Rundfunk hatte er zur Verteidigung des Landes aufgerufen. „Das Land gehört uns, es darf nicht wieder in die Hände der Weißen fallen“, zitierte die staatliche Zeitung „The Herald“ den 84-Jährigen.

Derweil zerschlugen sich gestern die Hoffnungen auf eine schnelle Bekanntgabe des Ergebnisses der Präsidentschaftswahl. Zwar urteilte das Obergericht in Harare, dass ein Antrag der Opposition auf schnellstmögliche Verkündung der Resultate in seinen Zuständigkeitsbereich falle. Allerdings benötige das Gericht mehr Zeit. Die Entscheidung ist nun für heute Vormittag anberaumt.

Die oppositionelle MDC hatte argumentiert, dass die Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen bereits einen Tag nach dem Urnengang vom 29. März vorgelegen hätten. Sie sieht Spitzenkandidat Morgan Tsvangirai mit 50,3 Prozent der Stimmen als Sieger und unterstellt dem Mugabe-Lager die Absicht der massiven Wahlfälschung. Die ZANU (PF) fordert ihrerseits eine Neuauszählung der Parlamentswahl, die die Opposition für sich entschieden hatte.

Tsvangirai traf derweil gestern zu „privaten“ Krisengesprächen in Südafrika ein. Details wurden nicht bekannt, allerdings meldeten verschiedene Nachrichtenagenturen, der Oppositionsführer werde noch am Abend in ein anderes afrikanisches Land weiterreisen. Zuvor hatte Tsvangirai in der britischen Zeitung „The Guardian“ erneut die Weltgemeinschaft um Hilfe gebeten. Mugabe rüste sich für eine gewalttätige Auseinandersetzung.

Unterdessen schreibt die in Großbritannien von Exil-Simbabwern herausgegebene Zeitung „The Zimbabwean“ unter Berufung auf „glaubwürdige Quellen“, dass Mugabe für den Fall seines Abtritts Straffreiheit sowie ein umfassendes Abfindungspaket verlangt habe. Dazu zähle eine Rente in Höhe von 80 Prozent seines jetzigen Gehalts, die Bezahlung der Krankenkassenbeiträge für sich und seine Familie durch die neue MDC-Regierung, Sicherheitskräfte, ein Staatsbegräbnis sowie drei Köche, zwei Haushälter und die Instandhaltung seines Schwimmbades, seiner Sauna, seines Tennisplatzes und seines Fitnessstudios.
Archiv


Wetter

Air Berlin

 

EES GANZ PRIVAT