Simbabwe: Opposition uneinholbar vorn – Resultat von Präsidentenwahl angeblich heute verfügbar
Windhoek/Harare – Die Neuauszählung von umstrittenen Wahlkreisen in Simbabwe hat den Sieg der oppositionellen MDC im Parlament bestätigt. Nach der Überprüfung von 18 der 23 betroffenen Wahldistrikte sei das Ergebnis unverändert, erklärte die Wahlkommission jetzt. Damit hat die regierenden ZANU (PF) von Präsident Robert Mugabe keine Chance mehr, ihren Rückstand von 13 Sitzen aufzuholen. Für noch mehr Aufsehen sorgte aber die Ankündigung der staatlichen Wahlkommission (ZEC), dass die Auszählung der Stimmen für die Präsidentschaftswahl vom 29. März heute abgeschlossen werden solle. Dies werde dann zur Veröffentlichung führen, so die ZEC, ohne aber ein genaues Datum zu nennen. Die Wahlkommission begründete zudem die massiven Verzögerung mit Transportproblemen bei den Stimmzetteln aus abgelegenen Gebieten des Landes. Die MDC hatte ihren Spitzenkandidaten Morgan Tsvangirai bereits zum Wahlsieger ernannt.
Derweil versuchten Anwälte gestern, per Gerichtsbeschluss die Freilassung von den rund 215 Anhängern der Opposition zu erreichen, die am Freitag bei Razzien in MDC-Büros festgenommen worden waren. Die Anwälte fordern Zugang zu den Verhafteten sowie Versorgung mit Nahrung und Medizin. „Außerdem müssen sie umgehend freigelassen werden, wenn nicht bis Montagnachmittag offiziell Anklage erhoben worden ist“, so ein Sprecher.
Die MDC veröffentlichte zudem eine Anzeige in der unabhängigen Zeitung „The Standard“, in der sie die Namen von acht der laut ihren Angaben 15 Menschen nannte, die im Zuge von Gewaltausbrüchen nach der Wahl getötet worden seien, darunter auch ein fünf Jahre alter Junge.
Für Verstimmung sorgte derweil am Wochenende, dass die angolanische Regierung dem chinesischen Schiff „An Yue Jiang“, beladen mit 77 Tonnen Kriegsmunition für Robert Mugabe, genehmigte, in Luanda anzudocken. Es wurde allerdings betont, dass die Ladung nicht gelöscht werden dürfe. Nachdem das Schiff unverrichteter Dinge zunächst aus Durban abgelegt hatte, verwehrten ihm später auch sämtliche Häfen im südlichen Afrika den Ankerplatz. China hatte angekündigt, den Frachter zurückzurufen. Bis Redaktionsschluss war unklar, ob die „An Yue Jiang“ in Luanda eingelaufen ist oder nicht.
Voraussichtlich morgen wird sich auch der Weltsicherheitsrat, derzeit unter südafrikanischem Vorsitz, in New York mit dem Thema Simbabwe befassen. Eine Resolution wird aber nicht erwartet.