Simbabwe: Menschenrechtler gegen Kaution aus Haft entlassen
Windhoek/Harare – Nur einen Tag nach ihrer scharf kritisierten Festsetzung sind gestern 18 führende simbabwische Menschenrechtsaktivisten gegen Kaution auf freien Fuß gekommen. Richterin Catherine Chimhanda setzte die bereits seit zwei Monaten geltenden Kautionsbedingungen (600 US-Dollar, Abgabe von Reisepässen und Grundbucheintragungen) wieder in Kraft, nachdem sie die Angeklagten am Vortag in Untersuchungshaft geschickt hatte. Diese Entscheidung hatte scharf Kritik der MDC von Premierminister Morgan Tsvangirai hervorgerufen, die Partei hatte sogar die Zukunft der Einheitsregierung mit der ZANU (PF) von Robert Mugabe in Frage gestellt.
Unter den 18 Angeklagten befindet sich auch Simbabwes wohl prominenteste Menschenrechtsaktivistin Jestina Mukoko. Die Direktorin des Zimbabwe Peace Projects war im Dezember verschleppt worden und erst nach Wochen wieder aufgetaucht. Während ihrer Untersuchungshaft hatte sie schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen, Mukoko hatte ausgesagt, von Polizisten brutal gefoltert worden zu sein. Ihr wird vorgeworfen, Personen für die Ausbildung in Terrorcamps im Nachbarland Botswana rekrutiert zu haben, die irgendwann Robert Mugabe stürzen sollten. Sowohl die Regierung in Gaborone als auch die MDC haben diese Vorwürfe zurückgewiesen.