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Vom 22.06.2009

Keine Truppen nach Madagaskar

SADC will Dialog mit Inselstaat fortsetzen – Chissano wird Vermittler

Windhoek/Johannesburg – Die SADC wird auf der von einer innenpolitischen Krise geschüttelten Insel Madagaskar keine militärische Intervention vornehmen. Das beschlossen die wenigen angereisten Staatschefs der Föderation auf einem Sondergipfel am Samstag in Johannesburg. „Wir rufen die zerstrittenen Parteien auf, vollkommen mit dem von der SADC koordinierten Dialog zu kooperieren, der Rechtsstaatlichkeit, Frieden und Stabilität auf Madagaskar wieder herstellen soll“, erklärte SADC-Generalsekretär Tomas Salomao nach dem Treffen, dass sich bis in die Nacht zu Sonntag hingezogen hatte. Der frühere mosambikanische Präsident Joaquim Chissano soll nun im SADC-Auftrag weitere Vermittlungsgespräche auf Madagaskar leiten, beim nächsten regulären Gipfel im August in der Demokratischen Republik Kongo werde man die Fortschritte prüfen.
Der geschasste Ex-Präsident Madagaskars, Marc Ravalomanana, hatte sich im Vorfeld im südafrikanischen Exil mehrmals für eine militärische Intervention ausgesprochen, um wieder an die Macht zurückzukehren. Unterstützung hatte er dabei vom größten Handelsverbund der Region, dem COMESA, erhalten.
Die SADC hatte die Mitgliedsschaft des Inselstaates im März suspendiert, nachdem Ravalomanana von seinem Widersacher Andry Rajoelina mit Hilfe meuternder Soldaten von der Macht gedrängt worden und es zu wochenlangen gewaltsamen Ausschreitungen gekommen war.
Der Gipfel war am Donnerstag kurzfristig einberufen worden, nachdem Schlichtungsversuche unter Leitung von Vereinten Nationen und Afrikanische Union für gescheitert erklärt worden waren. An dem Treffen hatten allerdings nur vier Staats- oder Regierungschefs teilgenommen, darunter nach Angaben des Staatshauses in Windhoek auch Präsident Hifikepunye Pohamba. Auch sein simbabwischer Amtskollege Robert Mugabe war vor Ort.

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