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Vom 11.09.2008

Kampfansage an Fremdenhass

Veranstalter von Highway Africa in Grahamstown bemühen sich wegen WM 2010 um gastfreundliches Image

Am zweiten Tag der nunmehr 12. Highway-Africa-Konferenz in Grahamstown, östliche Kapprovinz, drang gestern aus den Reihen der über 800 Delegierten die Sorge, wie Südafrika im Hinblick auf seine Rolle als Gastgeber der Fußballweltmeisterschaft 2010 mit der Gefahr des Fremdenhasses umgehen wird.

Grahamstown – Die Angst vor Fremdenhass gegenüber Besuchern der WM 2010 bestimmte am Montag die Diskussion der Konferenzteilnehmer in Grahamstown.
Vertreter der Rhodes-Universität von Grahamstown und der südafrikanischen Rundfunk- und Fernsehanstalt SABC fungieren dort derzeit als Gastgeber fϋr über 800 Journalisten vom afrikanischen Kontinent sowie einer Reihe internationaler Internetbetreiber und Medienakademiker.

Die SABC hatte vier kompetente Sprecher zu einer Podiumsdiskussion ins Plenum bestellt, um den afrikanischen Delegierten verantwortliche Aussagen zum aktuellen Stand der Vorbereitungen fϋr die WM 2010 zu bieten. Die Beiträge und Fragen wurden live ausgestrahlt. Derweil sich die Redner Mϋhe gaben, den Delegierten zu versichern, dass Südafrika mit den Vorbereitungen gut im Zeitplan liege, lenkten die Fragesteller im dicht besetzten Hörsaal das Thema auf die tödliche Welle des Fremdenhasses, die sich vor wenigen Monaten just über die Armenviertel der Großstädte in Südafrika ausgedehnt hatte, wo die WM 2010 ausgetragen wird: Johannesburg, Kapstadt und Port Elizabeth. In brutalen Pogrom- und Lynchaktionen hatten Südafrikaner hauptsächlich in den Slumvierteln afrikanische Exilanten sowie Einwanderer gewaltsam vertrieben, rund 40 Menschen starben.

„Wir haben diese jüngsten Attacken insgesamt verurteilt und bedauert, wie es auch andere Länder unseres Kontinents getan haben”, entgegnete Phil Molefe, SABC-Chef fϋr Auslandsbeziehungen, den Bedenken. Molefe sieht die Ursachen im Nachhall der langen historischen Isolation Südafrikas (während der Apartheid) und in der Ignoranz der Südafrikaner, wenn es um die Kenntnis des schwarzen Kontinents gehe. Er sieht es als Verantwortung der Rundfunk- und Fernsehanstalten sowie anderer Medien an, mehr kulturelle und aktuelle Programme über Afrika zu schaffen und auszustrahlen. Die Medien stünden vor einer enormen Herausforderung, nicht nur in Südafrika besser über den Kontinent zu informieren, sondern jenseits der künstlich gezogenen Kolonialgrenzen untereinander die Integrität Afrikas und seiner Einwohner zu fördern und zu vertiefen.

Laut Peter Kwele, SABC-Projektmanager fϋr die WM 2010, geht es den Südafrikanern und der SABC jetzt vorrangig darum, die Xenophobie anzusprechen, Kriminalität zu bekämpfen und gute Gastgeber zu sein. Die SABC ist die mit allen Senderechten ausgestatte „Anker-Medieninstitution” der WM 2010, mit denen alle anderen internationalen Sender kooperieren müssen, die Sportsendungen über die Weltmeiserschaft ausstrahlen. Dazu Molefe: „Südafrika ist die Bühne fϋr die WM 2010, aber ganz Afrika ist das Theater.” Roland Williams, Stadtsprecher von Port Elizabeth sowie WM-Funktionär, erklärte den Highway-Africa-Delegierten, dass Südafrika knapp zwei Jahre vor der WM im Hinblick auf den Zeitplan der Vorbereitungen im Vergleich zu Deutschland besser dastehe.

Als Generalprobe fϋr die WM in Südafrika gilt nächstes Jahr im Juni/Juli zunächst die Austragung des internationalen Confederations Cup mit Fußball-Beteiligung von fünf Kontinenten.
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