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Regen in Namibia

 

Vom  8.03.2010

Gute Börsenwoche endet mit Kursgewinnen

Die regionalen Märkte haben im Schlepptau der internationalen Börsen eine gute Wochenleistung gezeigt. Angespornt von besser als erwarteten Wirtschaftsdaten aus den USA ist der Leitindex der JSE auch am Freitag um 0,5 Prozent bei 27905 Punkten aus dem Handel gegangen.

Tagessieger waren der Finanz- und Bergbauindex, die im Tagesverlauf jeweils um rund einen Prozent gestiegen. Im Gefolge eines weniger schlecht als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktberichtes für Februar und erstmals seit einem Jahr wieder gestiegenen Verbraucherkrediten haben am Freitag die Aktienkurse an der Wall Street mit einer festen Tendenz geschlossen. Im Februar sind in den USA lediglich 36000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft verloren gegangen, Ökonomen hatten im Mittel ihrer Prognosen hingegen einen Rückgang um 75000 erwartet. Noch dazu war im Vorfeld befürchtet worden, die Zahlen könnten durch die Schneestürme des Februars massiv negativ überzeichnet worden sein. Für den Leitindex Dow Jones ging es um 1,2 Prozent auf 10566 Punkte nach oben. Im Wochenvergleich legte der Index um 2,3 Prozent zu. Der marktbreite S&P-500-Index gewann 1,4 Prozent auf 1138 Punkte (dpa).
Dass sich die Stimmung an den Märkten deutlich aufgehellt hat, zeigt auch der Wechselkurs des Rand/Namibia-Dollar deutlich. ,,Das Augenmerk der Spekulanten ist derzeit auf den Euro gerichtet. Die traditionelle Korrelation zwischen unserem Wechselkurs und dem der Gemeinschaftswährung scheint bislang nicht zu greifen. Dies könnte an der vorteilhaften Zinsdifferenz des Rand gegenüber den meisten anderen wichtigen Währungen liegen”, meinte ein lokaler Kommentator. Hierbei bezieht er sich auf die sogenannten ,,Carry Trades”, die zuletzt vor der Finanzkrise Hochkonjunktur feierten. ,,Carry Trades” sind Transaktionen, ,,bei denen institutionelle Investoren in den Vereinigten Staaten, Europa und vor allem Japan Kapital aufnehmen und dieses Kapital an den höherverzinslichen Märkten der Schwellenländer anlegen”, so die südafrikanischen Vermögensverwalter von Investec Asset Management. Sie leihen also relativ billig (also bei niedrigen Zinsen) in den etablierten Märkten und investieren es in den riskanter erachteten, aber zeitweilig lukrativeren ,,Emerging Markets”. Dies funktioniert solange die Zinsdifferenz zwischen dem beliehenem und dem Investitionsmarkt groß genug ist – und die Zukunftserwartungen des internationalen Kapitals auf stabilem Wachstum beruhen.
Allerdings: Die Möglichkeit höherer Zinsen in den Vereinigten Staaten hatte schon wiederholt zu einem abrupten Abfluss dieses Anlagegeldes aus den „Carry Trades“ geführt. Besonders betroffen wurden Länder mit hohen Leistungsbilanzdefiziten sowie solchen, die stark von Rohstoffexporten abhängig sind. Beides trifft auf Südafrika und Namibia zu. Zurzeit läuft allerdings der ,,Carry Trade” mit dem Rand noch. So behauptet sich der Wechselkurs des Rand gegenüber dem US-Dollar hartnäckig unter 7,50 Rand/US-Dollar. Gegenüber dem Euro ist der Rand/Namibia-Dollar in der vergangenen Woche sogar bis auf 10,12 gestiegen. Hier spielt natürlich auch die gegenwärtige Euro-Schwäche im Zuge des Griechenland-Debakels eine wichtige Rolle.
Ernüchternde Worte gab es zuletzt jedoch aus China. Die dortige Regierung warnt vor Ungewissheiten bei der Erholung der Weltwirtschaft. Der neue Exportweltmeister rechnet frühestens in zwei bis drei Jahren mit einer Rückkehr seiner Ausfuhren auf das Niveau am Beginn der Krise. Diese Aussage trägt in regionalen Börsenkreisen Gewicht, weil die Konjunktur in China einen maßgeblichen Einfluss auf die Rohstoffpreise und daher die Ertragskraft hiesiger Bergbaugesellschaften hat. China will laut Regierungsaussage weiter den inländischen Konsum ankurbeln, um seine Exportabhängigkeit zu verringern und die Wirtschaft zu beleben. China hat die Wirtschaftskrise vergleichsweise gut bewältigt und 2009 sogar 8,7 Prozent erreicht.

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