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Vom  8.02.2010

Euro-Bedenken drücken die Börsen

Mit der Erholung des US-Dollar sind die Aktienkurse weltweit gefallen. Der Auftrieb des Greenback signalisiert, dass die Risikoaversion der Anleger gestiegen ist. Dies führt zu Gewinnmitnahmen bzw. Verlustbegrenzung an den Börsen und die Kurse geben nach.

Die regionalen Märkte haben eine tiefrote Woche hinter sich. Der Ausverkauf hat vor allem bei den Bergbautiteln, die maßgeblich die Rallye des vergangenen Jahres geprägt haben, tiefe Spuren hinterlassen. So sind die Kurse großer Aktien wie Anglo American und Exxaro im Wochenverlauf um bis zu sieben Prozent gefallen. Der Johannesburger Allshare-Leitindex ging am Freitag um zwei Prozent bei 25793 Punkten aus dem Handel.

Richtungsweisend für die Stimmung an den Finanzmärkten ist derzeit die Kursentwicklung des Euro. Trotz schwacher Arbeitsmarktdaten aus den USA rutschte die Gemeinschaftswährung am Freitag mit 1,3639 US-Dollar auf den tiefsten Stand seit Mai 2009 ab. Hauptgrund ist die anhaltende Sorge um die angespannte Haushaltslage in mehreren Euro-Ländern. Wegen der Haushaltsprobleme im Euroraum hat die Gemeinschaftswährung seit Jahresbeginn fast zehn Cent gegenüber dem Dollar an Wert eingebüßt. „An den Märkten herrscht die Flucht in Qualität vor“, sagte Devisenexperte Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank der Nachrichtenagentur dpa. „Hiervon profitiert auch der Dollar als weltweite Reservewährung.“ Nachdem in den vergangenen Wochen zunächst der hochverschuldete Euro-Staat Griechenland den Euro belastete, kommen nun Sorgen um weitere angeschlagene Länder wie Portugal, Spanien oder Italien hinzu. „Das ist schon eine neue Qualität der Problematik“, sagte Leuchtmann.

Schwache Konjunkturdaten aus den USA setzten den Dollar indes nur kurzzeitig unter Druck. So war die erhoffte Trendwende am US-Arbeitsmarkt auch im Januar ausgeblieben, nachdem ein abermaliger Beschäftigungsabbau gemeldet wurde. „Unterstützung erhielt der Dollar jedoch von der gesunkenen Arbeitslosenquote“, sagte Leuchtmann. Nachdem hier der Höhepunkt überschritten sein dürfte, steige die Wahrscheinlichkeit für eine erste Zinserhöhung der US-Notenbank in der mittleren Frist. Dies würde den Zinsnachteil des Dollar zum Euro verringern. Dies gilt natürlich auch für den Rand, der sich trotz der jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten bislang außerordentlich robust behauptet hat. Am Freitag ist der Wechselkurs zum Dollar allerdings erstmals seit einigen Monaten auf fast 7,80 gestiegen. Gegenüber dem Euro tendierte der Rand/Namibia-Dollar weiterhin fest, was in erster Linie den oben genannten Problemen im Euro-Raum zuzuschreiben ist.

Obwohl Wechselkursspekulationen riskant sind, können hiesige Anleger von dem Wechselspiel zwischen Risikoneigung an den Märkten (wobei wachsende Risikoscheu in der Regel mit einer Abwertung des Rand/Namibia-Dollars korreliert) profitieren, indem sie sogenannte Currency-Futures kaufen. Diese Termingeschäfte werden über Internetportale etablierter Broker abgehandelt und geben die Möglichkeit auf einen steigenden Wechselkurs des Rand (zum Beispiel gegenüber dem US-Dollar, Euro, japanischen Yen, australischen Dollar) zu spekulieren oder auch darauf zu setzen, dass der Rand an Wert gegenüber anderen Währungen verliert. Diese Transaktionen werden in der heimischen Währung abgewickelt. Sie erlauben also keinen direkten Kauf von Auslandsdevisen.

Neben dem Wechselkurs sind vor allem die Rohstoffpreise ein wichtiger Spiegel der Risikoneigung internationaler Anleger. So haben die Ölpreise haben am Freitag weiter nachgegeben. Im frühen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) 70 US-Dollar. Auch der Goldpreis gab auf 1061 US-Dollar je Feinunze nach.

Der Dow Jones hat am Freitag den Kampf um die psychologisch wichtige 10000-Punkte-Marke knapp gewonnen. Am Donnerstag war er erstmals seit November 2009 für kurze Zeit unter 10000 Punkte gerutscht.
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Sam Nujoma