
Bei der Fußball-WW 2010 in Südafrika wird mit 18000 Journalisten gerechnet. Ob das Green-Point-Stadion in Kapstadt als letztes bis zum 4. Dezember 2009 fertig gestellt wird, ist dennoch fraglich.
Grahamstown – Unter dem Tagungsmotto „2010 – Development and Democracy” begrüßte Badat etwa 500 Redakteure aus Afrika, ebenso internationale Mediendozenten sowie Vertreter der Sponsoren von Highway Africa und der WM 2010. Der Rektor nahm eine spätere Podiumsdiskussion vorweg, bei der südafrikanische Interessenvertreter und Organisatoren der WM 2010 einerseits den kritischen Fragen und Bedenken ausgesetzt waren, andererseits jedoch mit der ausdrücklichen Erwartung konfrontiert wurden, dass Südafrika als „Bühne und Gastgeber“ der WM 2010 den gesamten Kontinent Afrika als „Fußballtheater“ nicht enttäuschen dürfe. Im kürzlichen Confederations-Cup in Südafrika hätten die Fußballgastgeber sehr wohl gezeigt, dass sie für die WM vorbereitet seien, waren sich alle Redner zur Eröffnung von Highway Africa einig, darunter Telkom Südafrika und der Mobilfunkbetreiber MTN.
Der südafrikanische Kommunikationschef für FIFA 2010, Rich Mkhondo, rechnet mit 18000 ausländischen Journalisten: „Ein Netzwerk aus Deutschland schickt allein 575 Journalisten und Medientechniker.“ Bei dieser Erwartung hakte Rektor Badat nach. „Die WM 2010 wird ein Medienfest (Media Bonanza).“ An die afrikanischen Journalisten gewandt wollte Badat wissen, ob sie vorbereitet seien, diese Medienchance zu nutzen. Von anderen Rednern wurde erneut eine bekannte Klage vorgetragen, dass etliche Nachrichtenagenturen und Fernsehstationen Afrikas ihre Nachrichten über andere Länder des Kontinents aus Europa oder aus den USA bezögen.
Wenn die WM 2010 abgelaufen ist, sieht Badat für Südafrika vor allem Vorteile im Transportwesen, derweil die zehn Fuβball-Stadien der Weltklasse – sechs nagelneu und vier frisch renoviert – auch für künftige internationale Tourneen anderer Sportarten verwendet werden können. Das Greenpoint-Stadion in Kapstadt werde als letztes bis zum 4. Dezember 2009 fertiggestellt, so FIFA-Sprecher Rich Mkhondo. Badat warnte jedoch vor übertriebenen Erwartungen anderer Bereiche wie Tourismus. Eine Veranstaltung wie die WM könne den Graben zwischen Arm und Reich sogar noch vertiefen.
Zur Frage der Sicherheit, beziehungsweise Schutz vor Kriminalität, nannte der FIFA-Sprecher Mkhondo zuerst die Zahlen des Sicherheitspersonals, das speziell für die WM eingesetzt wird: insgesamt 41000 Kräfte. Bei jedem Stadion werden jeweils 700 Sicherheitskräfte eingesetzt. „Es gibt kein Sicherheitsproblem in Südfrika“, wagte sich Mkhondo weiter zu sagen. „Auf jeden Fall ist es nicht anders als in New York. Wenn Sie jedoch in einen Nachtclub gehen, dann müssen Sie selbst auf Ihre Sicherheit achten.“
Die Hauptsponsoren Telkom Südafrika und der Mobilfunkbetreiber MTN mit inzwischen über 100 Millionen Teilnehmern in etwa 40 Ländern des Kontinents sehen in der WM jedoch weitaus mehr Geschäftschancen für ihre Konzerne, als sie der Rektor Badat einräumen will. Zum ersten Mal werden Fußballfans bei einer WM mit entsprechender Mobiltelefonausrüstung Spiele auf dem Schirm ihres Handys verfolgen können. Alle zehn Fußballstadien werden durch zwei getrennte Glasfaserleitungen mit den internationalen Nachrichtennetzen verbunden sein, so dass bei Störung, Unterbrechung, bzw. Ausbesserung einer Datenlinie das vollständige Material auf der alternativen Leitung geliefert werden könne, versicherte der Telkom-Sprecher Melusi Mthetwa.
In der Fragezeit im Anschluss der Eröffnung forderte ein Redakteur aus Nigeria den Mobilfunkbetreiber MTN auf, zuerst dafür zu sorgen, dass MTN-Sim-Karten, die eintreffende Besucher auf den internationalen Flughäfen Südafrikas kaufen können, auch wirklich funktionierten.