Die Nordtribüne des Ellis-Park-Stadions in Johannesburg, Austragungsort des Eröffnungs- und Finalspiels des Confederations Cup. Die Tribüne wurde während der Aufbesserungsarbeiten durch den neuen oberen Teil erneuert. Das Stadion bietet rund 61000 Zuschauern Platz.
Doch schaut man sich in den Metropolen Kapstadt und Johannesburg um, ist von dem Probelauf, der unter Fußballfreunden schlichtweg als „Confed Cup“ bekannt ist, noch nicht viel zusehen. Nur wenige Banner oder Reklameschilder verzieren die Straßen oder Einkaufszentren. Nur das Fernsehen macht ordentlich Werbung – doch nicht genug um richtiges Fußballfieber aufkommen zu lassen. Danny Jordaan, Geschäftsführer des südafrikanischen Organisationskomitees erklärte die mangelende Marketingstrategie so: „Wir wollen erstmal sicherstellen, dass alle Stadien bereit sind und die Infrastruktur der Norm entspricht. Und ja, viel Werbung ist nicht zu sehen“. Doch, es sind nicht irgendwelche Fußballnationen, die Südafrika im Juni besuchen werden. Weltmeister Italien, Europameister Spanien und Südamerikameister Brasilien – um nur einige Länder zu nennen, werden afrikanischen Boden betreten. Fußballweltmächte, die wegen der mangelnden Werbung vielleicht vor leerem Tribünen spielen könnten – sollte sich dies bewahrheiten, würde es Südafrika und der „Operation 2010“ einen schweren Tiefschlag versetzen.

Danny Jordaan, Geschäftsführer des Organisationskomitees der Fußball-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in Südafrika. Jordaan bestätigte in der vergangenen Woche das mangelnde Marketing für den Confederations Cup sowie die WM. Am 14. Juni wird das Turnier eröffnet – leere Stadien könnten den Probelauf zu einem Debakel machen.
Doch, auch wenn die Kicker von Welt vor leeren Rängen spielen sollten, werden sie dies zumindest in anschaulichen Stadien tun. Vor allem das Ellis-Park-Stadion in Johannesburg, auch Coca-Cola-Park genannt, in dem das Eröffnungsspiel des „Confed Cups“ sowie das Finale ausgetragen werden, präsentiert sich von der schönsten Seite. Gepflegter Rasen und 61 000 Sitzplätze versprechen eine WM-reife Atmosphäre. Auch die anderen drei Stadien, das Free-State-Stadion in Bloemfontein, das Royal-Bafokeng-Stadion in Rustenburg und das Loftus-Versfeld-Stadion in Pretoria sind bereits fertig gestellt und bereit, den teuren Beinen von Kickern wie Luca Toni, Fernando Torres oder Robinho einen weichen Untergrund und Top-Bedingungen zu bieten – daran soll der Probelauf auf keinen Fall scheitern.
Doch neben dem Organisationskomitee muss sich auch die Mannschaft Bafana Bafana, wie die südafrikanischen Fußballer genannt werden, beweisen. Keine leichte Aufgabe für die Grün-Gelben des Kapstaates. In der Gruppe A geht es für das Team um Trainer Joel Santana gegen Asienmeister Irak, Ozeanienmeister Neuseeland und Europameister Spanien. Die Gruppenphase sollte zu schaffen sein, aber danach dürfte es für Bafana Bafana schwer werden. Denn trotz guter Ergebnisse in den vergangenen Spielen scheinen die Spanier, Italiener oder Brasilianer doch eine Nummer zu groß zu sein – ob das Heimvorteil dabei etwas Sicherheit bringt, bleibt abzuwarten. „Die afrikanischen Länder, in diesem Fall Südafrika und Ägypten, müssen jetzt anfangen, bei solchen Turnier etwas zu gewinnen“, ergänzte Jordaan abschließend.