
Ein chinesisches Bauunternehmen errichtet das neue Hauptquartier des Ministeriums für Ländereien und Neusiedlung. Namibische Bauunternehmer haben die Vergabekommission (Tender Board) deswegen vor Gericht zitiert.
Windhoek – „China ist ein Allzeitpartner Afrikas (all weather friend)“, erklärte Guijin bei seinem Namibia-Besuch Ende letzter Woche in der chinesischen Botschaft in Windhoek bei einem ausführlichen Briefing der namibischen Medien. Chinesische Afrikapolitik sei keine Geheimsache, sagte der langjährige Diplomat, dessen Afrika-Erfahrung knapp 30 Jahre zurückreicht. „Wir sind nicht hier, unser System überzustülpen, sondern um unsere Erfahrung zu teilen. Unser Staatsoberhaupt hat den afrikanischen Ländern selbst gesagt: Kopiert China nicht“, erklärte Guijin weiter. Als Kernpunkt bezeichnete er den Grundsatz, dass die Beziehungen zu afrikanischen Ländern auf der Grundlage völliger Gleichberechtigung beruhten. „Wir mischen uns nicht in die internen Angelegenheiten ein und knüpfen an Unterstützung keinerlei Bedingungen.“ Diese Politik bezeichnete Guijinals die dritte Phase der China-Afrika-Beziehungen, die im neuen Millennium angebrochen sei.
Auf die Frage der AZ, ob die Nicht-Anerkennung des Staates von Taiwan sowie die Nicht-Anerkennung des tibetanischen geistlichen Führers im Exil, des Dalai Lama, als Voraussetzung für freundliche Beziehungen zwischen China und individuellen Afrika-Ländern gälten, räumte Guijin ein, dass Taiwan von wesentlicher Bedeutung sei, da die Volksrepublik die Wiedervereinigung mit der Insel anstrebe. „Die Anerkennung des vereinigten China ist von fundamentaler Bedeutung und für bilaterale politische und Wirtschaftsbeziehungen unbedingt wichtig. Die Mehrzahl der Staaten (in Afrika) haben das anerkannt.“ Guijin hat die Frage nach dem geistlichen Führer Dalai Lama unbeantwortet gelassen.
Sonderbotschafter Liu Guijin.
Der Sonderbotschafter betonte, dass China kein Neuling in Afrika sei, denn seine Schiffe seien schon tausende Jahre vor den Europäern auf den Kontinent gestoßen, ohne Gebiete zu kolonisieren. Die Beziehungen des neuzeitlichen China unterteilt Guijin in drei Phasen. Mit der Regierung ab 1949 habe China ein neues Blatt aufgeschlagen, aber erst Mitte der fünfziger Jahre die ersten diplomatischen Beziehungen, zunächst zu Ägypten, aufgenommen. „In der ersten Phase ging es um anti-imperiale und antikoloniale Unterstützung, indem moralischer und materieller Beistand verliehen wurde.“ Guijin erinnert sich, dass er den SWAPO-Führer Sam Nujoma in den sechziger Jahren zum ersten Mal in Nairobi (Kenia) kennengelernt habe. „Wir haben Studenten beigestanden und die erste Generation der Freiheitskämpfer ausgebildet.“ In diese Phase fällt auch der Bau der Tazara-Eisenbahn, den China in Ostafrika in Angriff genommen hatte.
Nach den Wirtschaftsreformen der siebziger Jahre in China sei in den nächsten Jahrzehnten die zweite Phase der Afrika-Beziehungen gefolgt. „Die Außenpolitik hat kleine Anpassungen erfahren. Jetzt ging es um Kooperation, von der beide Seite profitieren sollten.“ China habe gemeinsame Unternehmen (joint ventures) unter Anderem den vertraglichen Aufbau der Infrastruktur in Afrika-Ländern aufgenommen.
Die dritte Phase chinesisch-afrikanischer Beziehungen sei im Jahre 2000 angebrochen. Sein Land habe das China-Afrika-Forum der Staatsoberhäupter einberufen. Beim letzten Treffen 2006 waren in Peking 40 Länder auf höchster Ebene vertreten. „Das Forum für Kooperation wurde gegründet, um andere Foren wie das frankophone, das anglophone Forum sowie die EU-AKP-Verbindung zu ergänzen.“ In dieser Phase habe sein Land den China-Afrika-Entwicklungsfonds gegründet und Schulden abgeschrieben, die Afrika-Länder hätten zahlen sollen. Die China-Afrika-Gipfel von 2006 habe zudem eine Weißschrift zu den Beziehungen zwischen dem Kontinent und China herausgegeben. Bei den umfassenden strategischen Beziehungen auf gleicher Grundlage gehe es auch um den Kulturaustausch, Landwirtschaft und Entwicklung der Infrastruktur. (Fortsetzung folgt)