So kann es gehen. Nach einem fulminanten Börsenstart am Freitag verlor der JSE-Leitindex im Tagesverlauf 400 Punkte, um bei 26626 Punkten aus dem Handel zu gehen. Wieder einmal kamen die Impulse für diese Kehrtwende von außen, genauer gesagt aus China.
Händlern zufolge lastete die Entscheidung der chinesischen Zentralbank, die Mindestreservesätze schon zum zweiten Mal in diesem Jahr auf nun 16,50 Prozent anzuheben, auf der Stimmung an den Märkten. Zwar sei ein weiterer Zinsschritt erwartet worden, aber die wenigsten Beobachter hätten mit so einem frühen Zeitpunkt gerechnet. Die chinesischen Behörden beabsichtigen mit dieser Geldpolitik die Konjunktur im Reich der Mitte vor einer Überhitzung zu bewahren.
Dies hat aus südafrikanischer Sicht natürlich Konsequenzen für die großen Bergbauunternehmen. Sie haben trotz des durch die Finanzkrise ausgelösten zwischenzeitlich Einbruches von den rasant steigenden Rohstoffpreisen in den vergangenen Jahren profitiert. Dieser Boom wurde und wird maßgeblich durch die Industrialisierung Chinas getrieben. Die Aktien der Bergbauunternehmen reagierten dementsprechend negativ auf die Fortsetzung der restriktiveren Geldpolitik in China. So verlor beispielsweise die Aktie von Anglo American ihren Kursgewinn von zwei Prozent mit dem sie in den Freitagshandel ging und schloss letztendlich um 1,2 Prozent geschwächt.
Insgesamt eher enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA drückten ebenfalls auf die Laune der Anleger. Zwar war der Einzelhandelsumsatz im Januar stärker gestiegen als erwartet. Dafür hatte sich das von der Universität Michigan ermittelte Konsumklima im Februar überraschend eingetrübt. Zudem waren die Lagerbestände im Dezember entgegen den Erwartungen gesunken. So sind auch die US-Standardwerte am Freitag mit leichten Verlusten in das verlängerte Wochenende gegangen. Am Montag bleibt die Wall Street wegen eines Feiertages (Presidents Day) geschlossen. Technologietitel konnten den Handelstag hingegen mit einem kleinen Gewinn abschließen. Der Dow Jones verlor 0,44 Prozent auf 10 099,14 Zähler. Kurz nach Veröffentlichung der Daten war er sogar kurz unter die psychologisch wichtige Marke von 10 000 Punkten gerutscht. Im Wochenvergleich legte der Index aber dennoch um 0,87 Prozent zu. Für den S&P-500-Index ging es am Freitag um 0,27 Prozent auf 1075,51 Punkte nach unten.
Insgesamt wurde die Börsenwochen natürlich auch maßgeblich von dem Griechenland-Debakel geprägt, das sich an den Finanz- und Devisenmärkten unter anderem durch massive Spekulationen gegen die Gemeinschaftswährung Euro sowie gestiegene Risikoaversion manifestiert. Am Markt herrsche immer noch Enttäuschung über die Erklärung der Europäischen Union (EU) zur finanziellen Schieflage Griechenlands vor, hieß es bei Händlern. Die EU hatte Athen am Donnerstag zwar prinzipiellen Beistand zugesagt, konkrete Schritte wurden aber nicht genannt. Griechenland kämpft mit der höchsten Neuverschuldung im Euroraum und einem sehr hohen Schuldenstand.
Bemerkenswerterweise konnte sich der Wechselkurs des Rand, der in der Regel besonders anfällig in Zeiten wachsender Risikoscheu ist, bislang gut behaupten. ,,Das Augenmerk der Spekulanten ist derzeit auf den Euro gerichtet. Die traditionelle Korrelation zwischen unserem Wechselkurs und dem der Gemeinschaftswährung scheint bislang nicht zu greifen. Dies könnte an der vorteilhaften Zinsdifferenz des Rand gegenüber den meisten anderen wichtigen Währungen liegen”, meinte ein lokaler Kommentator am Freitag. So ist der Wechselkurs des Rand selbst gegenüber dem US-Dollar, der in jüngster Zeit wieder verstärkt als ,,sicherer Hafen” in Krisenzeiten in das Augenmerk von Spekulanten gerückt ist, kaum gefallen. Er behauptet sich derzeit hartnäckig unter 7,75 Rand/US-Dollar. Gegenüber dem Euro ist der Rand/Namibia-Dollar in der vergangenen Woche bis auf 10,40 gestiegen.