ZANU (PF) und MDC ringen in Pretoria um Lösung der Simbabwe-Krise
Windhoek/Pretoria – In Südafrikas Hauptstadt Pretoria haben gestern die offiziellen Verhandlungen zwischen der simbabwischen Regierungspartei ZANU (PF) und der oppositionellen MDC begonnen. Ein Sprecher von Südafrikas Präsident Thabo Mbeki bestätigte, dass die Unterhändler beider Parteien sowie die Vertreter einer MDC-Splittergruppe an einem geheimen Ort zusammengekommen seien. Mbeki selber, der die Verhandlungen als offizieller Vermittler in die Wege geleitet hatte, war gestern – genauso wie Simbabwes Staatschef Robert Mugabe und Oppositionsführer Morgan Tsvangirai - nicht zugegen, da er an einem EU-Gipfel in Frankreich teilnimmt. Über den Inhalt und Verlauf der Gespräche hatten beide Seiten in einem am Montag unterzeichneten Rahmenabkommen Stillschweigen vereinbart, bekannt ist nur, dass für die ZANU (PF) Justizminister Patrick Chinamasa und der Minister für öffentlichen Dienst, Nicholas Goche, am Verhandlungstisch sitzen, die MDC ist von Generalsekretär Tendai Biti (der im selben Flieger angereist war wie die ZANU(PF)-Fraktion) und Vize-Schatzmeister Elton Mangoma vertreten.
Beide Seiten hatten sich zwei Wochen für eine Lösung gegeben, allerdings schon zwei Tage ungenutzt verstreichen lassen, nachdem der Gesprächsbeginn am Dienstag überraschend auf gestern verschoben worden war. Mbekis Sprecher erklärte, man rechne mit einer schnellen Entscheidung, auch wenn es etwas länger als die anvisierte Frist dauern könne.
Die südafrikanische Tageszeitung Business Day berichtete gestern, eine Einigung auf eine Einheitsregierung sei in greifbarer Nähe, da über einen Großteil der Diskussionspunkte Konsens herrsche. Die Zeitung zitiert eine Quelle aus dem Umfeld der Gespräche mit den Worten: „Es müssen nur noch einige Fragen zu Details, Umsetzung und Logistik geklärt werden.“ Größte Hürde hierbei dürfte die Machtverteilung in einer möglichen Einheitsregierung sein.
Die MDC weigert sich, den Sieg Robert Mugabes bei der Stichwahl um das Präsidentenamt Ende Juni anzuerkennen und wirft dessen Partei zudem Gewalttaten gegen MDC-Anhänger vor.