Luxusliner dürfen nicht mehr bei V&A-Waterfront Kapstadt anlegen
Windhoek/Kapstadt - Die Stadtverwaltung Kapstadt sieht ihren Status als Tourismusmetropole in Gefahr. Denn kürzlich verordnete das südafrikanische Innenministerium, dass an der berühmten und historischen V&A-Waterfront keine Kreuzfahrtschiffe mehr andocken dürfen. Alle Passagierschiffe müssten stattdessen ab sofort beim Duncan-Hafen anlegen.
„Natürlich sind wir über die Anordnung beunruhigt, was den Status von Kapstadt als Kreuzfahrtziel und die Tourismuseinnahmen betrifft“, zitiert die südafrikanische Nachrichtenagentur Sapa Grant Pascoe, Mitglied des bürgermeisterlichen Komitees für Tourismusveranstaltungen und -vermarktung. Das Verbot wurde aufgrund von „Sicherheitsbedenken und Regeln des Innenministeriums“ erlassen. Diese Bedenken seien auch von der Stadt zur Kenntnis genommen worden.
„Wir werden diese Anordnung mit den entsprechenden Behörden diskutieren, um dem touristischen Interesse der Stadt entgegenzukommen, ohne den Stellenwert des Hafens als sichere Örtlichkeit zu gefährden“, sagt Pescoe weiter. Laut dem Tourismusexperten Brian Ingpen sieht das Innenministerium den Landungsplatz nicht als gesetzliche Grenzübergangsstelle an, obwohl Passagiere „seit mehr als 100 Jahren hier von und an Bord gehen“. Außerdem sei es schon immer eine Anlegestelle für zahlreiche Schiffe, eingeschlossen internationaler Jachten. Auch hätten viele Betroffene nichts von diesem Schritt gewusst und seien auch nicht informiert worden. „Anscheinend wurde den Hafenbehörden verordnet, sich dieser Entscheidung zu fügen und man wundert sich, ob es mit ihnen abgesprochen wurde“, so Ingpen.
Der Agentur Sapa zufolge haben im vergangenen Jahr 19 Kreuzfahrtschiffe mit insgesamt 18000 Gästen die Waterfront besucht. Die besagte Landungsstelle sei für Schiffe mit bis zu 200 Meter Länge perfekt geeignet, hinzu kämen die Kaufhäuser und Gastbetriebe der Waterfront in unmittelbarer Nähe. „Hier geben die Passagiere Millionen aus“, so Ingpen.