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Regen in Namibia

 

Vom  6.05.2009

„Afrika ist das Theater, Südafrika seine Bühne“

Im nächsten Jahr steigt das größte Einzelsportereignis der Welt, die FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft, in Südafrika. Doch nicht nur der Kapstaat soll Nutznießer sein, sondern der gesamte Kontinent.

© Arne Putensen
Standen beim FIFA-Medien-Tag Rede und Antwort: Danny Jordaan (l.), Geschäftsführer des südafrikanischen WM-Organisationskomitees, und Jerome Valcke, Generalsekretär der FIFA. Die Weltmeisterschaft soll nicht nur dem Gastgeber Südafrika zugute kommen, der ganze schwarze Kontinent soll davon unter dem Motto „Afrika ist das Theater, Südafrika seine Bühne“ profitieren.
Um auch den Nachbarländern die Chance zu geben, eine Scheibe des mit Millionen Dollar verbundenen WM-Kuchens abzubekommen, lud der Weltverband FIFA in der vergangenen Woche rund 20 Medienvertreter aus der gesamten SADC-Region nach Johannesburg ein. Unter dem Motto „Afrika ist das Theater, Südafrika seine Bühne“ machten sich das Organisationskomitee, die FIFA und verschiedene Institution dafür stark, dass auch die anderen afrikanischen Länder direkt an der WM-Show teilnehmen und ihre Position dabei verstärken.

Im Vordergrund standen vor allem die afrikanischen Teams. Zum ersten Mal in der Geschichte werden nicht vier, sondern sechs Mannschaften vom schwarzen Kontinent an der WM teilnehmen. In der Vergangenheit haben es die afrikanischen Länder immer verpasst, ganz vorne mit dabei zu sein – das soll sich im nächsten Jahr ändern: „Afrikanische Länder müssen langsam anfangen, bei einem solchen Turnier etwas zu erreichen. Das ist eine der größten Herausforderungen. Da wir jetzt sechs Teams stellen, haben wir keine Entschuldigung mehr, nicht ganze vorne mit dabei zu sein. Die Qualität ist auf jeden Fall vorhanden. Wir brauchen eine Mannschaft, die mindestens im Halbfinale steht, sonst ist es keine afrikanische WM“, forderte Danny Jordaan, Geschäftsführer des südafrikanischen Organisationskomitees.

Doch für viele afrikanische Staaten wird es wahrscheinlich enorm schwer, von diesem Ereignis zu profitieren. „Es gibt in Malawi kaum Menschen, die es sich leisten können, zur WM zu fahren. Es wird auch bestimmt kein Zuschauer in Malawi Quartier beziehen, da es einfach zu weit weg von Südafrika ist“, sagte ein Medienvertreter aus Malawi und machte somit auf die Probleme aufmerksam, mit denen andere afrikanische Staaten zu kämpfen haben.

Dies bekräftige das Unternehmen MATCH, das von der südafrikanischen Regierung beauftragt wurde, die Logistik im Hinblick auf Fans aus dem Ausland zu regeln. Das Unternehmen hat nach eigenen Aussagen bereits 32417 Übernachtungsplätze in Südafrika unter Vertrag genommen, bis zur WM sollen es ganze 55000 werden. Um auch anderen Ländern die Chance zu geben, sich in das WM-Rampenlicht zu stellen, vergibt MATCH auch Betten in SADC-Ländern – die Entfernung zu anderen Staaten in Afrika ist zu groß. So sollen in Namibia 260, in Swasiland 372 und Botswana 157 Unterkünfte unter Vertrag genommen worden sein. Weitere sollen vor allem in Mauritius folgen. Zudem hat MATCH Workshops in allen diesen Länder abgehalten, um dem lokalen Tourismus unter die Arme zu greifen.

Auch im Transportwesen will MATCH einiges bewegen. 5000 zusätzliche Sitzplätze auf Flugzeugen sollen bereitgestellt werden, denn fliegen ist die einzige Möglichkeit, um die großen Distanzen zwischen den Spielstätten in Südafrika schnell zurückzulegen.

Dem Organisationskomitee und MATCH zufolge besuchen im Moment pro Jahr rund 9,5 Millionen Touristen Südafrika, während der WM rechnet der Kapstaat mit rund 500000 mehr.

Bei der gleichen Veranstaltung machte sich die FIFA auch für den Ticketverkauf für die WM stark. Seit dem vergangenen Freitag läuft die zweite Verkaufsphase in Johannesburg, seit Montag in anderen südafrikanischen Städten. Doch nicht nur im WM-Gastgeberland können die begehrten Kärtchen ergattert werden – auch auf der Homepage der FIFA (www.FIFA.com) sind Tickets erhältlich. Bei der ersten Phase hat die FIFA nach eigenen Aussagen in nur 48 Stunden 274000 Eintrittskarten im Wert von 44,5 Millionen US$ verkauft. Insgesamt sollen bis zur WM 3,7 Millionen Tickets ihren Besitzer wechseln: 3,03 Millionen an Fans, der Rest an Medien und Sponsoren.
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